Wer im Tal von Copán ankommt, hört zuerst die Aras. Die roten Papageien (der Guara Roja ist der Nationalvogel von Honduras) kreisen über dem Eingang der Ausgrabungsstätte, als würden sie jeden Besuch persönlich begrüssen. Wenige Schritte weiter öffnet sich die Grosse Plaza, und plötzlich stehst du vor Stelen, die vor mehr als 1200 Jahren aus vulkanischem Tuffstein gemeisselt wurden.
Eine Dynastie mit sechzehn Herrschern
Copán war über vier Jahrhunderte das politische und künstlerische Zentrum im Südosten der Maya-Welt. Gegründet wurde die Dynastie im Jahr 426 von K’inich Yax K’uk’ Mo’. Auf dem berühmten Altar Q sind alle sechzehn Herrscher nebeneinander dargestellt: eine Ahnengalerie in Stein, die der letzte grosse König Yax Pasaj in Auftrag gab, um seine eigene Macht zu festigen.
Die Hieroglyphentreppe
Das bekannteste Bauwerk ist die Hieroglyphentreppe: über sechzig Stufen mit mehr als 2000 Schriftzeichen, der längste bekannte Text der Maya. Sie erzählt die Geschichte der Königsfamilie und ist heute unter einem Schutzdach gesichert. Gleich daneben stehen die Stelen von Uaxaclajuun Ub’aah K’awiil, besser bekannt als «18 Kaninchen». Seine Porträts gehören zu den plastischsten Skulpturen der Maya-Kunst. Im Jahr 738 wurde er vom Herrscher des benachbarten Quiriguá gefangen genommen.
Tipps für deinen Besuch
Komm früh am Morgen, wenn das Licht weich ist und die Tagesgruppen noch unterwegs sind. Plane mindestens einen halben Tag ein und besuche auch das Skulpturenmuseum mit der originalgetreuen Nachbildung des Rosalila-Tempels. Übernachten kannst du im kopfsteingepflasterten Städtchen Copán Ruinas, nur gut einen Kilometer entfernt. Seit 1980 gehört die Stätte zum UNESCO-Welterbe.








